Die Analyse der 70.3 WM

Beim reinen Betrachten der Ergebnisliste der 70.3 WM in Südafrika stellt sich jedem sachlichen Analysten sofort die Frage, warum die Zeiten der Age-Group 45-49 vor allem beim Schwimmen und auf dem Rad relativ langsam im Vergleich zu den anderen starken Altersklassen und auch den Profis waren.

Dass es nicht an den reinen Leistungswerten lag, sieht man an der folgenden Analyse.

Problem war unsere Startzeit von 09:45 Uhr. Dabei wurden die starken Altersklassen entweder ganz vorne nach den Profiathleten oder zur Entzerrung ganz hinten eingereiht. Dieses Jahr war dann die 45-49 dran und so wurden wir erst mit 150 Minuten Verspätung als letzte Startgruppe auf die Reise geschickt.

Dadurch mussten wir uns schon beim Schwimmen durch die schwächeren Athleten durchwühlen. Auch beim Radfahren war es immer wieder schwierig, sich durch die langsamen Pulks durchzukämpfen und gleichzeitig aufzupassen, nicht unabsichtlich eine Zeitstrafe für Blocken oder Windschattenfahren zu kassieren.

Dieses Problem haben wir aber meistens auf den Wettkämpfen und erklärt nicht allein die Zeitdifferenz.

Schwimmen
Schwimmen

Das Hauptproblem war der täglich regel- und planmäßig aufkommende Westwind. Während die früh gestarteten Athleten kaum Seegang hatten, war es bei uns schon gut aufgewühlt, so dass ich in den Wellentälern die Bojen nicht mehr sehen konnte. Deswegen habe ich ein bisschen Tempo rausgenommen und bin mit einem 3er-Zug mit Atmung zu beiden Seiten geschwommen.

Zeit: 30:06 / Pace: 1:34 min/100m / HF: 151 S/min

Rad
Rad

Der Radpart war ein Rundkurs, der bis zum Wendepunkt nach Westen ging. Während die früh gestarteten Athleten diesen Punkt vor dem Aufkommen des starken Westwinds gegen 9 Uhr erreichten (und dafür anschließend mit Rückenwind nach Hause segelten), hatten wir auf den ersten 45 km heftigen Gegenwind und somit viel langsamere Radzeiten.

Für mich als starken Radfahrer war dies jedoch optimal, da sich viele Konkurrenten auf dieser ersten Hälfte kaputt gefahren haben. Ich war sehr konstant deutlich unter Schwelle unterwegs und dieses sollte sich beim Laufen auszahlen.

Zeit: 2:25:07 / Pace: 37,5 km/h / Leistung: 260 Watt /HF: 154 S/min

Ernährungsstrategie: 100g KH/h + KH-Getränk, verwendet wurde 10x Powergel (25g KH, ohne Koffein), gelöst in Wasser

Der Lauf war sehr solide mit einer konstanten Pace um die 4 min/km und einer Herzfrequenz um die anaerobe Schwelle. Auch auf den letzten Kilometern war ich in der Lage das Tempo noch hoch zu halten und hatte außerdem auch keinerlei energetischen Löcher.

Zeit: 1:25:53 / Pace: 4:06/km / HF: 161 S/min

Ernährungsstrategie: 75g KH/h + Wasser, je 5 km ein Gel, ab km 15 Cola