Analyse Ingolstadt - Teil 2: Der Wettkampf

14 Tage sind seit Ingolstadt vergangen - über die Platzierung mit Rang sechs freue ich mich immer noch. Eine Top-Ten-Platzierung bei deutschen Meisterschaften ist immer das Ergebnis einer nahezu optimalen Vorbereitung, verbunden mit einer cleveren Wettkampfgestaltung. Das hört sich doch alles nach Zufriedenheit an, oder?

Dazu möchte ich die Analyse beim Wechsel vom Radfahren zum Laufen beginnen:

Als ich das Rad nach ca. 2:45 h für die 1,9 km Schwimmen und 86 km Radfahren in eine nahezu leere Ständerreihe einhängte, war mir klar, dass ich sehr weit vorne platziert bin. So waren wir zehn Athleten, die innerhalb von drei Minuten vom Rad stiegen und ab jetzt auf den verbleibenden knapp über zwanzig Laufkilometern das Podium unter uns ausmachen sollten. Eigentlich kam jetzt meine starke Disziplin und ich hatte mir vorher eine Zeit von ca. 1:20 h ausgerechnet.

Der erste Laufkilometer begann auch gut. Trotz Krämpfen in beiden Oberschenkeln konnte ich hier mit knapp unter 4 min/km anlaufen. Energetisch fühlte ich mich auch gut, doch dann wurde ich schleichend langsamer und die Laufzeiten sackten gegen 4:30 min/km. in der dritten Runde hatte ich hier mein absolutes Tief, was man an dem deutlichen Absinken der durchschnittlichen Herzfrequenz sehen kann. Erst zum Schluss auf den letzten Kilometern konnte ich mich wieder leicht steigern und einen Mitkonkurrenten abschütteln.

Doch woher kommen diese bisher nicht gekannten Probleme beim Laufen mit dem deutlichen Geschwindigkeitsabfall im Mittelteil der Strecke?

  • mit der Energieversorgung hat alles bestens funktioniert, hier liegt also nicht das Problem.
  • das nebenstehende Chart des Radfahrens zeigt eigentlich auch zwei konstant gefahrene Runden 
  • wichtig ist es, hier die Radstrecke in einzelne Abschnitte zu zerlegen und diese zu analysieren

Als mögliche Ursache - und ich betone hier möglich! - habe ich den Bereich um 1:40 h auf dem Rad ausgemacht. Meine Zielleistung war konstant zwischen 250 und 270 Watt zu fahren, hier findet sich ein Bereich länger als eine Minute mit deutlich über 300 Watt im Durchschnitt. Ich befand mich hier zusammen mit drei anderen Konkurrenten in einer Gruppe und wollte diese noch vor Beginn der Laufstrecke loswerden. Hat auch geklappt, bloß mit großer Wahrscheinlichkeit zu Lasten der Laufleistung. 

 

Fazit: Jede Analyse ist sinnlos, ohne Rückschlüsse für die Trainings- und Wettkampfgestaltung daraus zu ziehen:

  • in den folgenden drei Trainingsblöcken bis Südafrika eine Laufeinheit bis Südafrika zusätzlich, so dass ich dann auf ca. 60 - 65 Wochenkilometer komme
  • Pacingstrategie auf 300 Watt maximal bei der 70.3-Distanz begrenzen