Analyse Ingolstadt - Teil 1: die Vorbereitung

Sportliche Höchstleistungen sind keine Zufallsprodukte, die an einem super Tag plötzlich abgerufen werden können. Im Ziel nach dem Wettkampf hört man hier oft von vielen Athleten, die von ihrer Leistung enttäuscht sind, weil sie noch zwei Wochen vorher von traumhafter Form berichtet haben, dass

  • die Beine schwer waren,
  • die Wade gezwickt,
  • der Magen rebelliert hat,

... oder sie einfach nur einen schlechten Tag erwischt haben.

 

Doch was ist eigentlich ein guter oder ein schlechter Tag?

 

So richtig schlechte Tage gibt es im Ausdauersport eigentlich überhaupt nicht. Würde bedeuten, seine Laufschuhe daheim vergessen zu haben oder sich mit dem Rad verfahren zu haben.

Genauso wie es den super Tag, wo einem alles so mühelos leicht fällt, auch nicht gibt.

Der Unterscheid sind meiner Meinung nach vielleicht maximal 5% in der abrufbaren Leistung, ein sehr guter Athlet macht also keinen schlechten Wettkampf, wo er sich plötzlich hinten im Feld wiederfindet. Und umgekehrt geht es überhaupt nicht.

Alles was im Wettkampf abgerufen werden soll, muss vorher im Training hart erarbeitet werden und dort auch mehrmals in den Einzeldisziplinen erreicht worden sein.

Man fährt nicht plötzlich 5 km/h schneller oder läuft 20 s/min flotter. Und wenn man es doch streckenweise im Wettkampf versucht, rächt sich das ganz schnell und der Rest verkommt zur Kaffeefahrt.

 

Wie ich meine Vorbereitung aufgebaut habe, möchte ich euch jetzt hier zeigen.

Die Vorbereitung auf den ersten Höhepunkt 2018

Mein Trainingsbeginn für die Saison 2018 startete Ende September 2017.

In dieser Zeit habe ich:

  • 230 km (93 Einheiten) in 82:15 h geschwommen,
  • 4350 km (99 Einheiten) in 137:30 h auf dem Rad gesessen,
  • 974 km (91 Einheiten) in 79:15 h in den Laufschuhen,
  • 69 Einheiten in 27:30 im Kraftraum verbracht.

Es kamen also 326,5 h Training in 254 Tagen (36 Wochen und 2 Tagen) zusammen. Geplant waren 390 h, ich konnte also gut 84% absolvieren.

Aufgeteilt war die Vorbereitung in 9 Phasen, die sich jeweils über 2 bzw. 3 Belastungs- (die blau unterlegte Kurve im Chart steigt) und 1 Entlastungswoche (die blau unterlegte Kurve im Chart sinkt) erstrecken:

  • 2 Blöcke allgemeine Vorbereitung
  • 2 Blöcke Base mit Grundlage
  • 1 Tempoblock
  • 2 Blöcke Build
  • 1 Block Peak