Sportlich


1987

Mit damals 14 Jahren stellte mich mein Vater vor die Entscheidung, ob ich den Mofa-Führerschein machen oder lieber ein Rennrad will. Nachdem ich bei den Bundesjugendspielen sowieso meine katastrophalen Wurfleistungen durch schnelle 1000m-Läufe kompensieren musste, entschied ich mich für das Rennrad.

Fünfundvierzig Minuten später standen wir im Radladen meiner Heimatstadt vor der unglaublichen Auswahl von zwei Rennrädern, die eigentlich beide viel zu groß für mich waren. Das eine war dazu noch viel zu teuer, das andere - Hercules Salerno mit Shimano 105 für 1000 DM - sofort meins.

Ab diesem Zeitpunkt begann meine Entwicklung als Ausdauersportler, Mechaniker, Bikefitter und Trainer und zwar auf dem unüblichen umgekehrten Weg:

 

Zuerst selbst die Praxis erfahren und dann Gedanken über die Theorie machen. 

1987 und 1988

Der Ersteindruck der Rennmaschine mit seinen dünnen Reifen und dem niedrigen Gewicht vermittelte mir das Gefühl, dass Radfahren eine Sportart ist, die keine große Anstrengung erfordert.

Dieser Trugschluss hielt leider nur bis die anfängliche Euphorie verflogen war, und zwar genau bis zum ersten längeren Anstieg in meiner Heimat nach ca. zehn Fahrminuten.

Mit hochrotem Kopf, stechender Lunge und schmerzenden Beinen saß ich am Straßenrand auf der Leitplanke und wartete darauf, dass der Puls wieder runterging. Danach ging es die folgenden Wochen immer genauso weiter und ich machte meine erste trainingsmethodische Erfahrung:

 

An-/Aus-Prinzip macht keinen Sinn und vor allem keinen Spaß.

 

Weiterhin musste ich leider feststellen, dass die Aussage des Verkäufers "das Rad ist nicht zu groß, da schieben wir die Stütze ganz rein" doch leider nicht zutraf und so quälte ich mich bei längeren Touren mit zum Ende schmerzendem Rücken nach Hause.

 

Eine weitere wichtige Erfahrung: Rahmengrößen wählt man NICHT nach Verfügbarkeit. 

 

Dieses Problem wurde dann glücklicherweise von einem Autofahrer, der mich übersah, elegant gelöst und so bestritt ich ab sofort meine Fahrten auf einem Pinarello Cadore mit Shimano 600.

Ausgestattet mit einem der Ur-Triathlonlenker - dem Profile Aero One.

Und damit begann die Leidenschaft für den Triathlon.

1989

In der Folgezeit saß ich, wann immer es ging, viel auf dem Rad und lernte dabei, die Kräfte einzuteilen. Weil meine Eltern mich im Kindesalter in den Schwimmverein steckten, glaubte ich hier von der Leistung mit dabei zu sein. Und da Laufen sowieso beständig Teil des Alltags ist, stellte ich auch diese Disziplin im Trainingsprogramm hinten an - ein Trugschluss, wie ich im Mai schmerzhaft erfahren sollte.

Freitag vor der Schule zeigte mein Vater mir einen Artikel über einen im Nachbarort stattfindenden Kurzduathlon (Laufen - Radfahren -Laufen).  Mit dem Gefühl bestens vorbereitet zu sein wurde schnell noch nachgemeldet und am nächsten Tag stand ich inmitten einer Schar von Pionieren dieser Sportart.

Nach dem Startschuss beherzt an die Spitze der Meute - im Kopf mit der klaren Strategie: mitlaufen und dann auf dem Rad alles klar machen.

Diese Taktik endete leider am Wendepunkt der ersten 5 km-Laufrunde. Total platt und übersäuert schlich ich über den Rest der ersten Teilstrecke und wechselte zu meiner eigentlichen Paradedisziplin. Mit Krämpfen beim Aufsteigen, unterwegs auf den bergigen dreißig Radkilometern und danach beim Absteigen wurde mir schnell klar, dass die letzte Laufstrecke auf dem Weg zum ersehnten Ziel wohl schmerzhaft wird.

Gewonnen habe ich bei diesem Wettkampf von der Platzierung her nichts, sehr wohl aber verdammt viel an Erfahrung:

 

Wem es nur um den Finishergedanken geht, kann nach Lust und Laune trainieren; ansonsten müssen eben alle Disziplinen ihren notwendigen Anteil im Trainingsprogramm bekommen.

1990

Angespornt vom Fiasko des Vorjahres wurde Laufen Bestandteil meines täglichen Trainings und so war ich im Januar schon in der gefühlten Laufform meines Lebens - jedes Training zu Fuß ein Tempodauerlauf mit unter 4 Minuten/km. Verdammt viele schnelle Kilometer, teilweise bei Schneetreiben. Motiviert durch die gefühlt schnelle Entwicklung wollte ich immer mehr - und lag wenige Tage später mit 40°C Fieber, Bronchitis, schmerzenden Ohren, verstopfter Nase, entzündeten Neben- und Stirnhöhlen und Kopfschmerzen erst einmal mehrere Tage flach. Der Wiedereinstieg ins Training war dann auch nicht in Tagen, sondern eher in Wochen zu messen. Und: meine Laufform war einfach WEG.

Meine damalige Idee: Gleich wieder schnell Laufen macht bestimmt auch schnell wieder schnell. Stimmt, nur leider kam auch dieser beschissene grippale Infekt schnell wieder zurück.

 

Also: Umfangreiches Ausdauertraining erfordert eine genaue Planung des Aufbaus und vor allem den sinnvollen Einbau der Regeneration.

 

Diese Erfahrung und die anschließende Umstellung meines Trainingskonzepts sorgte dann doch noch für eine solide Basis bei meiner persönlichen Revanche mit dem Kurzduathlon.

 

Vorher noch einen kurzen Einschub: Anfang der neunziger Jahre fand eine wahnsinnig schnelle Entwicklung des Radmaterials im Triathlon statt. Über den großen Teich gelangten nach Europa immer neue Ideen und Teile, die wir natürlich auch gerne haben wollten. Die aufgerufenen Preise waren damals fern unserer Kaufkraft, also habe ich mit Trainingskollegen selbst diese (nach-)gebaut. Die nach vorne verlagerte Sitzposition durch umgedrehte Sattelstützen, Trinksysteme aus Aquariumschläuchen oder mit Karton verkleidete Speichenräder - wir fanden für alles eine Alternative und setzten dieses Material natürlich auch im Wettkampf ein. Persönliches Pech, wenn es regnet und das Karton-Scheibenrad sich leider durch die Nässe auflöst.

 

Aber beim Kurzduathlon war es trocken - und die Selbstbauten hielten. 

Nach einem soliden und kontrollierten ersten Lauf ging es diesmal auf dem Rad brachial nach vorne, den Vorsprung konnte ich dann knapp ins Ziel retten. Und damit wieder etwas gelernt:

Viele lassen sich von der Anfangseuphorie treiben und starten - wie ich im Vorjahr - deutlich über ihren Fähigkeiten.

 

Also das Risiko optimieren: Am Anfang kontrollieren und nicht verunsichern lassen und erst nach der Hälfte riskieren.

 

Anfang der 90er

Mit der zunehmenden Erfahrung durch die vergangenen Trainings- und Wettkampfjahre interessierte ich mich zunehmend für die längeren Distanzen. Solche Wettkämpfe gab es sehr selten - eine der wenigen Veranstaltungen war der Altmühltriathlon in Eichstätt. 

Mit gerade 18 Jahren stand ich dort 1991 an der Startlinie und verhielt mich taktisch auf dem Rad sehr clever. Kontrolliert und mit etwas weniger Druck auf den Pedalen als bei einer Kurzdistanz lag ich lange Zeit in einer sehr guten Ausgangsposition bis ich nach ca. 2 Rennstunden feststellte, dass allein reines Leitungswasser in der Radflasche zwar für einen olympischen Triathlon ausreicht, aber auf der Mitteldistanz zwingend eine zusätzliche Zufuhr von Kohlenhydraten notwendig ist. Verpflegungsstationen während des Radparts gab es natürlich nicht und so absolvierte ich die restlichen zwanzig Radkilometer mit einem gefühlten Tempo zwischen Rollen und Schieben. Dass der anschließende "Lauf" - Zuschauer würden es als Wanderung bezeichnen - keine schöne Erfahrung war, kann jeder nachvollziehen.

 

Nicht nur das Tempo-Pacing ist wichtig, sondern auch die geplante Zufuhr (Ernährungspacing) von Nahrung und Wasser. 

 

Nach dieser körperlichen Grenzerfahrung investierte ich in die damalige Neuheit des amerikanischen Marktes - das Trinksystem "AQUASTREAM". Triathleten meines Alters können sich vielleicht noch an die hinter dem Sattel in einer Neopren-Tasche montierte Kautschuk-Trinkblase, die beim Befüllen vorgespannt wurde, erinnern. Wenn man auf das vorne am Lenker montierte Ventil biss, so öffnete sich dieses und die Flüssigkeit floss in den Mund. So versprach es auf jeden Fall die Theorie. Leider verschloss sich dieses nach Gebrauch nicht immer zuverlässig und so wurde daraus oftmals eine Gesichtsdusche - aus Gründen der Coolness verwendete ich es trotzdem weiter.

Bis zum Weißenstädter Triathlon: Mit meinen zwei Betreuern fuhr ich mit dem Golf meiner Oma zum Wettkampf. Die Aufgabenteilung sah es vor, dass ich die Startunterlagen und meine Begleiter das Rad aus dem Auto holten. Mit der Nummer in der Hand sah ich schon aus geraumer Entfernung, dass die Autoscheiben von innen sonderbar trüb aussahen. Die Erklärung dafür folgte auch schnell: Die prall gespannte Neoprentasche (die mit der Trinkblase) zog die ganze Aufmerksamkeit meiner beiden Helfer auf sich und so wollten diese nur kurz mal hineinschauen. Was ein Metallreißverschluss beim Öffnen mit einer mit 1,5 Liter verdünnten Apfelsaft gefüllten Kautschukblase anstellt, kann sich jetzt jeder denken. Auf jeden Fall hatte ich jetzt nichts mehr zum Trinken - dieses befand sich verteilt im Fahrzeuginneren. Da der Start kurz bevorstand, machten sich meine Begleiter auf die Suche nach einer Radflasche.

Die gute Ausgangsposition nach dem Schwimmen konnte ich ausbauen - jedenfalls so lange bis ich das erste Mal trinken wollte. Schon zum Öffnen des Schraubverschlusses der 0,7l-Glasflasche, die mir als Ersatz für das kaputte Trinksystem in den Rahmen gesteckt wurde, musste ich anhalten. Dass kohlensäurehaltiges Mineralwasser bei sportlichen Belastungen zu Magenkrämpfen führt, merkte ich auf der Laufstrecke - die nächste Wanderung.

 

Fazit: Wieder dazu gelernt - Verpflegung immer vorher im Training auf Verträglichkeit testen.

 

1993

Mein Heimatort in Oberfranken lag nicht weit entfernt von einer der damaligen Triathlonhochburgen in Deutschland: Kulmbach mit dem dort beheitmateten Macher Wolfgang Pirl.

So wurde Ende 1992 eine Langdistanz (3,8 - 180 - 42) für den nächsten August angekündigt. Klar, dass ich dort nicht fehlen durfte. Und so machte ich meine ersten Erfahrungen mit einer vollkommen anderen Art der Vorbereitung - hoher Umfang statt hohes Tempo. Klar, dass sich diese stundenlange (und teilweise sinnfreie) Kilometerschrubberei auf meine Leistungen bei den kürzeren Strecken auswirkte - trotz jetzt mehrerer aufeinanderfolgender Trainingsjahre erfolgte hier eine Rückentwicklung. So war ich gerade bei den Kurzduathlons nie in der Lage das hohe Tempo der vergangenen Jahre zu gehen, es fühlte sich immer nach angezogener Handbremse an.

Und: ich war chronisch platt, heute würde man starkes Übertraining dazu sagen.

 

Triathlontraining lebt vom richtigen Mix aus Länge, Intensität und Regeneration.

 

Und dann im Juni 1993, sechs Wochen vor dem Wettkampf, bekam ich die Absage, weil die Altersgrenze auf 21 Jahre angehoben wurde - und ich hatte vom Triathlonsport erst einmal die Schnauze voll ...

  

Mitte bis Ende der 90er

... und durch die jetzt anstehende Zivildienstzeit und das anschließende Studium war die Trainingszeit jetzt sowieso begrenzt. Mein fast nagelneues 26-Zoll-Principia wurde bald in ein Mountain-Bike umgetauscht und ab jetzt nur noch sporadisch ausgefahren - Training konnte man dies nicht mehr nennen.

 

Dafür legte ich meinen Fokus auf das Studium - im Fach Sport hatte es mir vor allem die Sportmedizin angetan. Warum mir mein damaliger Dozent Prof. Dr. Walter Schmidt jedoch das Thema "Einfluss der Menstruation auf die sportliche Leistungsfähgkeit" zuteilte, habe ich damals leider vergessen zu fragen. Nach anfänglichem Widerwillen fügte ich mich in mein Schicksal und genau diese Beschäftigung mit komplett unbekannten biologischen Zusammenhängen eröffnete mir neue Sichtweisen, vor allem hinsichtlich der Trainingsmethodik.

Bleibenden Eindruck bei den Dozenten hatte ich auch hinterlassen, wie sich dann bald herausstellen sollte.

 

Sportlich hatte ich zu diesem Zeitpunkt wegen der anstehenden Staatsexamensprüfungen überhaupt kein Interesse mehr an Wettkämpfen und den automatisch damit verbundenen Trainingsumfängen, doch ein dreifacher Schlüsselbeinbruch mit zwei Operationen brachte meinen kompletten Zeitplan durcheinander. An Gerätturnen- oder Leichtathletik-Prüfungen brauchte ich jetzt gar nicht zu denken ... 

 

1997/98

und so kam mir das Angebot des Lehrstuhls für Sportmedizin im Rahmen meiner Zulassungsarbeit eine Studie zur Berechnung des Elektrolytverlusts über den Schweiß und dessen individueller Substitution über das Sportgetränk durchzuführen gerade recht.

In den nächsten Monaten habe ich 

  • so ziemlich jede Körperflüssigkeit vor, während und nach der sportlichen Belastung analysiert, zentrifugiert und pipettiert,
  • den Kohlenhydratverbrauch über Atemgasanalysen ermittelt,
  • aerobe und anaerobe Schwellen über Spiroergometrie und Laktatmessungen ermittelt,
  • Schweißzusammensetzungen während sportlicher Ausdauerbelastungen auf dem Rad mit denen auf dem Thermobett verglichen,
  • Sportgetränke selber angemischt,
  • und zum Schluss das Ganze in einen theoretischen Zusammenhang gebracht.

Im Trainingsprozess und vor allem während des Wettkampfs spielt die richtige Menge und Zusammensetzung der Nahrung eine extrem große Rolle.

 

Außerdem musste ich durch die oben beschriebene Verletzung meine praktische Prüfungen verschieben und so fasste ich 1997 als Zuschauer in Roth den Entschluss im nächsten Jahr an der Startlinie einer Langdistanz zu stehen.

Nach 4 Jahren Pause konnte ich das neu erworbene sportphysiologische Wissen gut gebrauchen, denn die Vorbereitungszeit war nur 10 Monate lang.

Nach 9:43h aus dem Stegreif war ich äußerst zufrieden, Langdistanz abgehakt, ab jetzt ging es ums Beenden der Ausbildung.

Und damit war erst einmal Schluss mit dem regelmäßigen Wettkampfsport für die nächsten 15 Jahre - nicht jedoch mit dem Interesse am Ausprobieren neuer Trainingsformen.

 

2013-?

Familiär und beruflich konsolidiert, am Wohnort etabliert und unser Sohn mit 10 Jahren aus dem betreuungsintensiven Kleinkindalter heraus, kam die Motivation zurück.

Und so versuchte ich die

  • (planlosen) Trainingserfahrungen von früher mit den,
  • sportmedizinischen Erkenntnissen und der Trainings- und Bewegungslehre aus dem Studium,
  • dem spezifischen Radsporttraining einer MTB-Marathon-Vorbereitung aus 2004,
  • dem Abarbeiten des "Greif-Plans" zur Marathonvorbereitung in 2008,
  • verschiedenen Arten der Periodisierung,
  • den Pacing- und Ernährungsstrategien,
  • und den neuen Trainingsformen, wie Hiit, ifat, ...

in Einklang zu bringen. Was gar nicht so einfach war. Aber es funktioniert trotz fortgeschrittenen Alters jede Saison besser ...

 

Wichtig ist es, ständig den Trainingsprozess zu analysieren und aus diesen Erkenntnissen zu optimieren. Bei Berufstätigen ist eben kein Jahr wie jedes andere und auch das zunehmende Alter erfordert Anpassungen.

 

2014-2017

Und so fasste ich im Herbst 2013 den Entschluss in den nächsten Jahren den Fokus auf die Mitteldistanz zu richten. Noch dazu weil 2015 die Ironman 70.3 WM das erste Mal in Europa in Zell am See stattfinden wird.

Die Qualifikation sollte bereits im Vorjahr am WM-Ort erfolgen und die Leistung in dieser Saison mit dem Schwäbischen Meistertitel auf der Kurzdistanz ebenfalls passend.

Leider nur bis drei Wochen vor dem Saisonhöhepunkt - ein grippaler Infekt ließ fast zwei Wochen keinerlei Training zu und meine ersten Schwimmmeter nach der Erkrankung waren auch schon die 1,9-Auftakt-kilometer im Wettkampf. 

Also suchte ich nach einer weiteren Qualifikationsmöglichkeit und startete den zweiten Versuch im darauffolgenden Jahr in Luxemburg. Obwohl ich wieder leicht angeschlagen war, war es ein für mich perfekter Wettkampf. Die verdammt engen Zeitabstände ließen den letzten Startplatz für die WM jedoch an den direkt vor mir Platzierten gehen. Also keine WM im Jahr 2015. Und kurzzeitig großer Frust.

 

Wichtig ist es, Wettkampfergebnisse sachlich und emotionslos zu analysieren.

 

 

Und für mich die Klarheit, dass ich jetzt beide Male kurz vorher schwer bzw. leicht angeschlagen war. Deshalb stellte ich mein komplettes Trainingssystem auf den Kopf, drehte jeden Stein um und fand viele Baustellen. Die ich dann versuchte in der reinen Trainings-Saison 2015/2016 ohne Wettkampfstress zu beheben und so 2017 einen letzten Versuch zu starten - jetzt für die WM 2018 in Port Elizabeth in Südafrika.

 

Es ist wichtig, sich klare zeitliche Endpunkte zu setzen, bis zu diesem das Ziel erreicht sein soll. Und sollte es bis dahin nicht klappen, dann muss man sich auch eingestehen können, entweder physisch oder psychisch oder in der Kombination eben nicht in der Lage sein zu können, dieses erreichen zu können.

 

Bereits im Oktober 2016 begann ich mit der Vorbereitung für meinen letzten Qualifikationsversuch. Dieser sollte im August 2017 in Vichy/Frankreich stattfinden und mir den frühzeitigen Startplatz für die WM 2018 sichern.

Im März zog ich mir unglücklicherweise einen zweifachen Muskelbündelriss in der Wade zu. Die vier Wochen ohne Lauftraining musste ich mit zwar mit körperlich risikoreichen Blöcken mit hohen Kilometerumfang wieder hereinarbeiten, doch der Gesamtsieg auf der Kurzdistanz in Lauingen mit 44 Jahren bestätigte mir die Richtigkeit des in vielen Punkten abgeänderten Trainingssystems.

Und so holte ich trotz eines krassen Ernährungsfehlers auf der 90 km langen Radstrecke den Startplatz für die WM und hatte ab jetzt ein Jahr Zeit, mich auf den Höhepunkt in meiner sportlichen Laufbahn vorzubereiten. 

 

2018

Bilder sagen mehr als tausend Worte, Platz 4 bei der WM war der absolute Höhepunkt. Die WM war ein Wettkampf, bei dem alles gepasst hat:

  • eine krankheits- und verletzungsfreie Vorbereitungsphase
  • eine ideal verlaufenene Taperingphase
  • eine ebenso perfekte mentale Vorbereitung
  • eine punktgenaue Ernährungs und Pacingstrategie
  • und natürlich Material auf höchstem Niveau.

 

Die Daten der sechs Jahre vom Start des Projekts "Ironman 70.3 WM" bis zum erfolgreichen Abschluss:

 Schwimmen: 1500 km    

 Rad: 41400 km   

  Laufen: 8600 km    

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Kraft/Gymnastik: 450h


2019

Meine letzte Triathlon-Saison beinhaltet nur einen einzigen Wettkampf:

 

Ziele:

  • Top 5-Platzierung bei den Europameisterschaften auf der Ironman-Distanz 3,8/180/42
  • Zielzeit: 9:15h bis 9:30h, verteilt auf
    • Schwimmen: 59:59 Minuten
    • Radfahren: 4:45h
    • Laufen: 3:20h
  • einen Startplatz für die Ironman-WM auf Hawaii, den ich jedoch definitiv ablehnen werde